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23.12.2014
Projekt: Einbau seitenselektiver Türsteuerung

So eine automatischen Türschließung und Türverriegelung ist ja eine vernünftige Sache. Sie verhindert, dass während der Fahrt irrtümlich Einstiegstüren geöffnet werden und Reisende den Zug unfreiwillig verlassen. Was ja sicher unliebsame Zeitungsschlagzeilen nach sich zöge, von den persönlichen Unannehmlichkeiten des Passagiers einmal ganz abgesehen. Daher sind solche Systeme auch bei Reisezugwagen älteren Baujahres Standard. Die Türen bleiben während der Fahrt verschlossen - so weit, so gut. Nun kann es aber theoretisch dazu kommen, dass Reisende einen stehenden Zug bei einem Halt irrtümlich auf der falschen Seite verlassen oder überhaupt bei einem unplanmäßigen Halt auf der Strecke aussteigen. Auch dabei kann es zu schlimmen Verletzungen kommen, die es beim sichersten Verkehrsmittel, der Eisenbahn, auszuschließen gilt.

Somit war die Aufgabe grundsätzlich klar. Die Schwierigkeit liegt aber im Detail. Die Funktion des österreichischen und des italienischen System müssen gleichzeitig umgesetzt werden. Und das in verschiedensten Wagentypen, möglichst fehlerfrei für maximale Sicherheit.

Die technische Konzeption übernahm ÖBB-Technische Services. Aber auch für deren Engineering-Abteilung handelte es sich in diesem Fall um eine Herausforderung, da auch diese komplexe Aufgabenstellung unter dem wohl branchenüblichen Zeitdruck gelöst werden musste.

Nach der Konzeption durch ÖBB-TS kam es zur Umsetzungsphase, bei der auch RSI eingebunden war – schließlich verfügen wir ja auch über die spezifischen Wagenkenntnisse. Der erste Schlafwagen AB32s wurde von ÖBB-TS in St. Pölten als Prototyp umgebaut. Beim zweiten Wagenwaren wir dann zwecks Know-how-Transfer eingebunden. Danach erfolgten diverse Probefahrten in Österreich und Italien, um die einwandfreie Funktion zu überprüfen und nachzuweisen. Daraufhin folgte der Serieneinbau, den wir für alle durch uns betreuten Schlafwagen durchführten.

Als Damoklesschwert schwebte über uns allen der 14.12., der Termin für den Fahrplanwechsel, zu dem zahlreiche Wagen mit der seitenselektiven Türsteuerung ausgerüstet sein mussten. Eine klare Vorgabe von ÖBB-PV. Zusätzlich zu den Schlafwagen AB32s durften wir auch die Schlafwagen 33s mit der selektiven Türsteuerung ausrüsten.

Eine besondere Herausforderung stellten aber die Schlafwagen MUn dar, weil es sich dabei um eine gänzlich andere Wagenserie mit komplett anderer Technik handelte. Da war das Engineering von RSI gefordert - was wir aber, natürlich mit wertvoller Unterstützung der Kollegen von ÖBB-TS, bewältigten. Schlussendlich konnten auch hier die erforderlichen Umbauten an einem Prototypen erfolgen, um nach erfolgreicher Abnahmen in Serie realisiert zu werden
 
Der Dank für die Umsetzung gebührt vor allem den ausgesprochen engagierten Mitarbeitern, angefangen von den Technikern bis hin zu den Elektrikern. Schließlich waren eine Vielzahl an verlängerten Arbeitstagen und auch Samstagsarbeiten erforderlich, um das Plansoll an fertiggestellten Schlafwagen zu Fahrplanwechsel zu erreichen – die verbleibenden Schlafwagen folgen nun über den Winter "Zug um Zug".
 
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